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„Sanftes Nachtleben“ hieß diese Art Entertainment in Frankfurt, als 1988 der Tigerpalast als erste Neugründung hervortrat. Seither machen Johnny Klinke, Margareta Dillinger und Robert Mangold auf kleinstem Raum Varieté für die Frankfurter Region, kraftvoll in der Artistik, klar in der Bildersprache und überzeugend in der Öffentlichkeit.
Das Varieté war plötzlich wieder en vogue, war Thema der großen Zeitschriften, rückte zur Berichterstattung auf in die gehobenen Feuilletons. Seither ist der Boom ungebrochen: Nach ersten Anfängen in der Berliner Scheinbar 1986 und dem Sonntags-Varieté im Neuen Theater Frankfurt-Höchst kam 1990 als erste Spielstätte, die kontinuierlich artistische Programme bot, das Berliner Quartier hinzu, das von den früheren Sponti-Kabarettisten „Die 3 Tornados“ geleitet wurde. Wie Klinke und Dillinger gehörten Holger Klotzbach, Arnulf Rating und Günter Tews zur links-alternativen Szene der Stadt und gaben ihrer neuen Spielstätte ein dementsprechendes
Programmprofil. Vertraute man in Frankfurt auf die Kraft der traditionellen Körperbilder, so suchte man in Berlin die Durchmischung der Szenen: tingelnde Kneipensänger neben Off-Stars wie Georgette Dee, schräge Nachwuchsartisten neben Klassikern wie dem alten Borra.

1991
1991 folgte das Chamäleon in den zu jener Zeit noch heruntergekommenen Hackeschen Höfen. Hacky Ginda, Peter Rose, die Musiker der Lonely Husband, alles Artisten vom früheren Reise-Varieté Parody Paradies, und einigen Anderen gelang gleichsam auf Anhieb auf wundersame Weise die Verbindung von klassischen artistischen Bildern, der postmodernen Ironie der jungen Künstler und der aufstrebenden Comedy-Szene. Sie setzten fort, was im Quartier ästhetisch vorgelebt worden war und schließlich doch nicht vollendet werden konnte.
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